Regenwasserzisterne für den Garten: Anleitung, Kosten & Sparpotenziale 2026
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Einleitung
Regenwasser ist kostenlos – doch auf den meisten Dächern versickert diese wertvolle Ressource ungenutzt in der Kanalisation und verursacht dabei unnötige Abwassergebühren. Mit einer Regenwasserzisterne im Garten lässt sich dieses Problem lösen: Sie sammeln das Niederschlagswasser gezielt auf, reinigen es mehrfach und nutzen es anschließend zum Gießen, Autowaschen oder sogar für Toilettenspülungen und die Waschmaschine. Eine vierköpfige Familie spart dabei im optimalen Fall über 80.000 Liter Trinkwasser jährlich und reduziert die Gebühren um mehr als 300 Euro pro Jahr.
Ob eine Regenwasserzisterne für Ihren Garten die richtige Wahl ist, wie Sie sie dimensionieren, einbauen und pflegen – dieser Ratgeber beantwortet alle wichtigen Fragen.
Was genau ist eine Regenwasserzisterne?
Eine Regenwasserzisterne ist ein unterirdischer Wassertank, der Regenwasser vom Hausdach auffängt, speichert und zur späteren Nutzung bereitstellt.
Die Zisterne im Garten funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Regenwasser läuft von Ihrer Dachrinne über Fallrohre direkt in den vergrabenen oder oberirdisch aufgestellten Tank. Auf dem Weg dorthin wird das Wasser durch Filter geleitet und im Tank selbst nochmals gereinigt. Das so gesammelte Regenwasser hat zwar nicht die Qualität von Trinkwasser, eignet sich aber hervorragend zum Regenwasser sammeln für Garten, Reinigung und sogar für hausinterne Nutzungen.
In den meisten deutschen Bundesländern sind Regenwassernutzungsanlagen genehmigungsfrei – allerdings gibt es regionale Unterschiede. Erkundigen Sie sich vorsichtshalber bei Ihrer zuständigen Baubehörde vor Ort nach den lokalen Vorschriften.
Wichtig: Regenwasser darf niemals in Ihre Trinkwasserleitung gelangen. Das würde zu Verkeimung führen und ist gesetzlich untersagt.
Wofür lässt sich das gesammelte Regenwasser verwenden?
Die häufigste Nutzung ist die Gartenbewässerung. Darüber hinaus können Sie Regenwasser auch für folgende Zwecke einsetzen:
- Autowaschen: Regenwasser ist sehr kalkarm und trocknet praktisch ohne Flecken – Sie sparen sich das Abledern.
- Gartenteich füllen: Hier ist ein zuverlässiger Filter besonders wichtig, um Sand und Schmutz zu vermeiden.
- Toilettenspülung und Waschmaschine: Sofern ein separates Rohrleitungssystem vorhanden ist.
- Reinigungsarbeiten: Fenster, Terrassen und Wege reinigen.
Wer ausreichend Regenwasser sammelt und die richtige Infrastruktur besitzt, nutzt eine Regenwasserzisterne häufig für mehrere dieser Zwecke gleichzeitig.
Was Sie vor dem Einbau unbedingt beachten sollten
Bevor Sie sich für eine Regenwasserzisterne entscheiden, klären Sie folgende Punkte ab:
Separate Leitungen für Hausnutzung nötig: Möchten Sie Regenwasser nicht nur im Garten nutzen, sondern auch in Toiletten oder der Waschmaschine, benötigen Sie ein komplett separates Rohrleitungssystem parallel zur Trinkwasserinstallation. Ein nachträglicher Einbau ist aufwendig und teuer – ideal ist die Planung bereits beim Hausbau oder während einer Sanierung.
Regelmäßige Wartung erforderlich: Eine Zisterne ist nicht wartungsfrei. Der Feinfilter sollte 1–2 Mal jährlich kontrolliert und gereinigt werden. Die Gesamtwartung durch einen Fachmann sollte ebenfalls regelmäßig erfolgen.
Ausreichend Niederschlag in der Region: In regenarmen Gebieten lohnt sich eine Zisterne weniger. Der Regenwassertank Garten muss sich regelmäßig füllen, sonst wird Trinkwasser nachgespeist und die Einsparungen sinken.
Dachgröße und -material prüfen: Kleine Dächer liefern zu wenig Wasser. Problematisch sind auch Dächer aus Kupfer oder Zink sowie Bitumenbahnen – diese können Regenwasser verunreinigen. Das Umweltbundesamt rät hier von einer Regenwassernutzung ab.
Dach- und Rinnenreinigung ohne Chemie: Nutzen Sie bei der Reinigung Ihres Dachs keine Putzmittel oder Biozide – diese gelangen beim nächsten Regen in Ihre Zisterne und verseuchen das gesammelte Wasser.

Wie ist eine Regenwassernutzungsanlage aufgebaut und wie funktioniert sie?
Eine Regenwassernutzungsanlage reinigt das Wasser in drei Schritten und nutzt eine Pumpe, um es bei Bedarf automatisch zur Zapfstelle zu befördern.
Der Aufbau einer kompletten Regenwassernutzungsanlage
Eine professionelle Regenwasserzisterne besteht aus mehreren Komponenten:
- Regenwasserzulauf: Fallrohre vom Dach
- Mechanischer Feinfilter: Entfernt Laub, Schmutz und grobe Verunreinigungen
- Wassertank: Der eigentliche Speicher (aus Beton oder Kunststoff)
- Zulaufberuhiger: Ein speziales Rohr im Tankinneren, das das Wasser sanft nach unten leitet
- Schwimmender Ansaugfilter: Entnimmt Wasser ca. 10–20 cm unter der Oberfläche (dort ist es am saubersten)
- Regenwasserzentrale: Die Steuerung, die Pumpe und Trinkwassernachspeisung automatisch regelt
- Trinkwasseranschluss: Für die automatische Nachspeisung bei Trockenheit
- Überlauf mit Skimmer: Leitet Überschuss in die Kanalisation, filtert dabei letzte Schmutzpartikel
So funktioniert das System Schritt für Schritt
1. Zulauf und erste Reinigung Das Regenwasser vom Dach wird über ein Fallrohr zum Tank geleitet. Ein Feinfilter entfernt bereits hier Laub, Vogelkot und größere Verschmutzungen. Dies ist die erste Reinigungsstufe.
2. Beruhigter Zulauf (zweite Reinigung) Innerhalb der Zisterne wird das Wasser durch einen sogenannten Zulaufberuhiger ganz unten am Tankboden langsam eingeleitet. Dies verhindert, dass Schlamm und Sedimente aufgewirbelt werden – sie können sich stattdessen am Boden ablagern.
3. Entnahme aus der Oberzone (dritte Reinigung) Ein schwimmender Ansaugfilter entnimmt das Wasser etwa 10–20 cm unter der Wasseroberfläche. Dort ist das Wasser sauberst und ausreichend mit Sauerstoff angereichert. Eine Zisterne mit Pumpe befördert dieses Wasser zur Zapfstelle.
4. Automatische Trinkwassernachspeisung Wenn in einer Trockenperiode nicht genug Regenwasser vorhanden ist, speist ein Regelventil automatisch Trinkwasser nach. So funktioniert der Gartenschlauch auch bei Dürre zuverlässig.
5. Überlauf und Skimmer Bei Starkregen läuft überschüssiges Wasser über eine Überlaufvorrichtung in die Kanalisation. Ein Skimmer saugt letzte Oberflächenverunreinigungen ab.
Die Regenwasserzentrale (meist im Keller oder Revisionsschacht) steuert alle diese Prozesse automatisch. Sie muss leicht erreichbar sein für Wartungen.
Welche Arten von Zisternen gibt es und wie unterscheiden sie sich?
Es gibt grundsätzlich zwei Materialen und zwei Bauformen: Beton- oder Kunststoffzisternen sowie Rund- oder Flachtanks – die beste Wahl hängt von Ihren örtlichen Gegebenheiten ab.
Kunststoffzisternen: Leicht, flexibel, aber weniger belastbar
Kunststoffzisternen werden meist aus Polyethylen (PE) oder glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) gefertigt.
Vorteile:
- Geringes Eigengewicht: Einfacher Transport und Einbau – oft ohne Kran möglich
- Flachtank-Varianten verfügbar: Die Baugrube muss nicht so tief sein
- Pflegeleicht: Weniger anfällig für Algenbildung, einfacher zu reinigen als Beton
- Günstigerer Preis: Oft preiswerter in der Anschaffung
Nachteile:
- Geringere Stabilität: Keine Befahrbarkeit mit Fahrzeugen – nicht unter Hofeinfahrten geeignet
- Sicherheitsrisiko: Der leichte Deckel lässt sich leicht öffnen – ein Sicherheitsschloss ist unerlässlich, besonders mit Kindern im Garten
- Begrenzte Lebensdauer: Bei Fehlern schneller beschädigt
Betonzisternen: Stabil, langlebig, aber schwer zu installieren
Vorteile:
- Extrem stabil: Hält große Belastungen aus, ist befahrbar – kann unter Terrassen, Zufahrten oder Parkplätzen eingebaut werden
- Auftriebssicher: Hohes Eigengewicht verhindert, dass Grundwasser die Zisterne hochdrückt
- Regionales Material: Beton wird oft lokal hergestellt und ist recycelbar
- Langlebigkeit: Mit guter Pflege 25+ Jahre Lebensdauer
Nachteile:
- Hohes Eigengewicht: Ein 6.000-Liter-Rundtank aus Beton wiegt etwa 5 Tonnen – Kran ist zwingend erforderlich
- Höherer Transportaufwand: Kostet mehr Zeit und Geld beim Einbau
- Reinigungsintensiver: Betonoberflächen können rauer werden und müssen häufiger gereinigt werden
Für einen Überblick siehe auch: Betonzisterne
Rundtanks vs. Flachtanks – Was ist besser?
Rundtanks haben eine zylindrische Form und reichen tief in den Boden. Sie werden häufig aus Beton gefertigt.
Flachtanks sind breiter und flacher – oft aus Kunststoff. Sie benötigen einen flacheren Erdaushub.
Beim Einbau:
- Rundtanks erfordern intensive Aushubarbeiten (meist nur mit Bagger sinnvoll) – ideal bei Neubau oder großen Sanierungen
- Flachtanks sind einfacher einzubauen, manchmal reichen Spaten und Muskelkraft – ideal für nachträgliche Installationen
Beim Preis: Rundtanks sind meist etwas günstiger als Flachtanks gleichen Volumens.
Wie groß sollte Ihre Regenwasserzisterne sein?
Die optimale Größe hängt von der Regenmenge in Ihrer Region, Ihrer Dachfläche, dem Garten und der gewünschten Nutzung ab.
Faktoren für die Dimensionierung
Die richtige Größe Ihrer Regenwasserzisterne bestimmen diese Faktoren:
- Durchschnittliche Regenmenge in Ihrer Region: In südlichen Gegenden regnet es weniger als im Norden
- Grundfläche Ihres Dachs: Große Dächer liefern mehr Wasser
- Dachneigung: Ein Steildach verliert weniger Wasser durch Verdunstung und Versickern als ein Flachdach. Bei gleich großer Dachfläche (100 m²) kann der Unterschied bis zu 30.000 Liter pro Jahr betragen
- Gartengröße und Wasserbedarf: Ein großer Garten mit vielen Pflanzen braucht mehr Wasser
- Hausinterne Nutzung: WC-Spülungen und Waschmaschine benötigen erhebliche Mengen
Orientierungstabelle für die Tankgröße
Diese Tabelle zeigt Richtwerte für durchschnittliche Regionen und Steildächer:
| Dachfläche (m²) | Nur Garten (Liter) | Garten + Haus (Liter) |
|---|---|---|
| 80–100 | 4.000 | 5.000 |
| 100–120 | 5.000–6.000 | 6.000 |
| 120–130 | 6.000–8.000 | 6.000–9.000 |
| 130–160 | 8.000–10.000 | 9.000–12.000 |
Faustregel: Pro Quadratmeter Dachfläche und Jahr fallen in Deutschland im Schnitt 600 Liter Regenwasser an (regionale Unterschiede: 400–900 Liter). Eine 100-m²-Dachfläche liefert also etwa 60.000 Liter pro Jahr.
Wichtiger Hinweis zur Tankgröße
Wählen Sie die Zisterne nicht zu groß! Der Tank sollte idealerweise mindestens einmal im Jahr komplett überlaufen. Nur so werden Verschmutzungen an der Wasseroberfläche durch den Skimmer entfernt und die Wasserqualität bleibt gut. Eine Zisterne, die selten überläuft, kann zu Algenbildung und Geruchsbildung führen.
Im Handel finden Sie Zisternen in fast allen Größen: von 1.000 Litern (für kleine Gärten) bis zu 65.000 Litern (für große Anlagen mit Hausnutzung).
Vorbereitung und Einbau: Wie wird eine Regenwasserzisterne installiert?
Der Einbau beginnt mit dem Aushub und Bodenvorbereitung, gefolgt von der Positionierung der Zisterne und dem Anschluss der Rohrleitungen.
Die wichtigsten Schritte beim Einbau
1. Baugrube vorbereiten Der Boden der ausgehobenen Grube muss verdichtet werden, damit die Zisterne nicht absackt. Füllen Sie die Grube zunächst 10–20 cm mit Kies oder speziellem Sandbett auf, verdichten Sie es sorgfältig und glätten Sie die Oberfläche.
2. Zisterne positionieren Die Zisterne wird mit dem Kran (bei Beton) oder von Hand (bei leichtem Kunststoff) in die Grube gesenkt. Sie muss gerade und stabil stehen.
3. Rohre anschließen
- Regenwasserzulauf vom Dach
- Absperrventile und Filter
- Ansaugstutzen zur Pumpe
- Trinkwassernachspeisung
- Überlauf zur Kanalisation
4. Grube verfüllen Nach dem Anschluss aller Rohre wird der Erdaushub wieder aufgefüllt und verdichtet.
5. Elektro- und Steueranlage installieren Die Regenwasserzentrale wird meist im Keller oder in einem Revisionsschacht in der Nähe der Zisterne installiert und muss leicht zugänglich sein.
Wann ist der beste Zeitpunkt für den Einbau?
Neubau oder Sanierung: Der ideale Zeitpunkt ist während der Rohbauphase. Dann können alle Rohrleitungen (inklusive separater Hausleitungen) ohne großen Aufwand verlegt werden.
Nachträglicher Einbau: Möglich, aber aufwendig – besonders wenn hausinterne Nutzung geplant ist. Dann müssen neue Rohre durch die komplette Wohnung gezogen werden. Ein Flachtank ist hier einfacher als ein Rundtank.
Zisterne einbauen Kosten: Was kostet die Installation?
Die Arbeitskosten für den Einbau hängen stark vom Umfang ab:
- Kleine Kunststoffzisterne, nur Gartenbewässerung: 1.000–2.000 Euro Arbeitskosten
- Große Betonzisterne mit hausinterner Nutzung: 3.000–8.000 Euro und mehr
Dazu kommen die Materialkosten für die Zisterne selbst.
Wer sollte den Einbau durchführen?
Nur für Gartenbewässerung: Handwerklich versierte Heimwerker können dies selbst tun – bitte beachten Sie die Herstelleranleitung genau.
Mit Hausnutzung: Beauftragen Sie unbedingt einen Fachbetrieb. Die Installation eines separaten Leitungssystems, die Außenwanddurchführung und die richtige Systemintegration erfordern spezielles Fachwissen. Fehlerhaft installierte Anlagen können zu Verkeimung und Gesundheitsgefahren führen.
Kompetente Anbieter sind:
- Regenwasserzisternenhersteller (oft mit Komplettpaket aus Material und Einbau)
- Spezialisierte Sanitärbetriebe
- Tiefbaufirmen
- Fachbetriebe für Brunnenbau und Bewässerung
Fordern Sie immer einen schriftlichen Kostenvoranschlag an – versteckte Kosten sind keine Seltenheit.
Alternativ: Oberirdische Aufstellung
Zisternen müssen nicht eingegraben sein. Sie können auch im Keller oder überdacht im Garten aufgestellt werden. Wichtig: Der Tank muss dann lichtundurchlässig sein, sonst entsteht massiv Algenbildung. Diese Variante ist günstiger bei der Installation, benötigt aber Platz und sieht optisch weniger ansprechend.
Pflege und Reinigung: Wie aufwändig ist die Wartung?
Regenwasserzisternen sind pflegeleicht – eine gründliche Reinigung ist nur alle 10–15 Jahre erforderlich, der Filter sollte jedoch 1–2 Mal jährlich kontrolliert werden.
Wie oft sollten Sie die Zisterne reinigen?
Nach der DIN 1989-1 (Regenwassernutzungsanlagen) sollte eine gründliche Reinigung frühestens nach 10 Jahren erfolgen. In der Regel reichen Abstände von 10–15 Jahren vollkommen aus, da das System in der Anlage selbst kontinuierlich Regenwasser reinigt.
Warnsignale für eine notwendige Reinigung:
- Übler Geruch beim Öffnen
- Sichtbare Verschlammung
- Massiver Algenbelag
Regelmäßige Wartung zwischen den Reinigungen
Feinfilter kontrollieren (1–2 Mal jährlich):
- Prüfen Sie, ob der Filter verschmutzt ist
- Reinigen Sie ihn mit Wasser oder Hochdruckreiniger
- Ein verschlammter Filter reduziert den Wasserfluss erheblich
Rohre und Kanäle prüfen:
- Achten Sie auf Verstopfungen in Zu- und Abläufen
- Bei Bedarf durchspülen
Zisterne reinigen: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wichtig: Führen Sie die Reinigung nicht allein durch! Im Zisterneinnenraum kann Sauerstoffmangel oder eine Ansammlung von Gärgasen entstehen, die zu Bewusstlosigkeit führen können. Arbeiten Sie mindestens zu zweit.
Schritt 1: Entleeren Pumpen Sie die Zisterne mit einer Schmutzwasserpumpe ab. Idealerweise erfolgt die Reinigung ohnehin in einem Zeitraum, in dem sich wenig Wasser im Tank befindet. Nach dem Ablassen sollte der Tank mindestens 1 Stunde belüftet werden.
Schritt 2: Entschlammen Entfernen Sie den am Boden liegenden Schlamm und Sediment mit Eimer und Schaufel. Diese Arbeiten sind körperlich anstrengend und messerscharf zu erledigen.
Schritt 3: Reinigen Reinigen Sie Wände und Boden mit dem Hochdruckreiniger. Spülen Sie anschließend alle Zu- und Abläufe durch. Pumpen Sie das Schmutzwasser mit der Schmutzwasserpumpe ab und lagern Sie es fachgerecht.
Schritt 4: Kontrolle Nach der Reinigung sollte der Tank trocken sein, bevor neues Regenwasser einfließt.
Professionelle Wartung durch Fachbetriebe
Einmal jährlich sollte ein Fachbetrieb die Gesamtanlage überprüfen:
- Funktionsprüfung der Pumpe und Regenwasserzentrale
- Überprüfung der Ventile und Absperrvorrichtungen
- Kontrolle auf Lecks und Risse
- Überprüfung der Trinkwassernachspeisung
Die Kosten dafür liegen bei etwa 80–200 Euro pro Jahr.
Kosten und Sparpotenziale: Rentiert sich eine Regenwasserzisterne?
Eine Regenwasserzisterne ist eine langfristige Investition, die sich in 15–20 Jahren durch Wasser- und Gebühreneinsparungen rentiert.
Was kostet eine Regenwasserzisterne?
Nur die Zisterne selbst:
- Kleine Kunststoffzisterne (1.000 L): ab 500 Euro
- Mittlere Kunststoffzisterne (5.000 L): 1.500–2.500 Euro
- Große Betonzisterne (10.000 L): 2.000–4.000 Euro
- Premium-Komplettpakete mit Filter und Steuerung: bis 5.000 Euro
Viele Hersteller bieten kostenlose Lieferung in Deutschland an.
Einbau durch Fachbetrieb:
- Nur Garten: 1.500–3.500 Euro
- Mit Hausnutzung: 3.500–8.000 Euro oder mehr
Laufende Kosten:
- Jährliche Wartung: 80–200 Euro
- Filter und kleinere Ersatzteile: 100–300 Euro in 10 Jahren
Gesamtinvestition für eine mittlere Anlage (5.000 L, Einbau, 15 Jahre): 3.000–5.000 Euro
Wie viel Geld sparen Sie jährlich?
Deutschlandweit verbraucht jede Person durchschnittlich 123 Liter Wasser täglich. Die größten Verbraucher sind:
- Dusche/Bad/Körperpflege: 44 L (36%)
- WC-Spülung: 33 L (27%) ← mit Regenwasser möglich
- Wäsche waschen: 15 L (12%) ← mit Regenwasser möglich
- Garten/Reinigung/Auto: 7 L (6%)
Bei optimaler Regenwassernutzung können Sie etwa 45% Ihres Trinkwasserverbrauchs sparen, also ca. 55 Liter pro Person und Tag.
Beispielrechnung: Vierköpfige Familie
Annahmen:
- 4 Personen im Haushalt
- Optimale Nutzung (Gießen, WC, Waschmaschine, Auto, Reinigung)
- Ausreichend Regenmenge in der Region
Tägliche Ersparnis:
- 4 Personen × 55 Liter = 220 Liter Leitungswasser pro Tag
Jährliche Ersparnis:
- 220 Liter × 365 Tage = 80.300 Liter Trinkwasser
- Bei 1,69 Euro pro 1.000 Liter (Durchschnitt 2018) = 136 Euro Trinkwassereinsparung
Abwassergebühren-Einsparung: Das gesammelte Regenwasser reduziert auch die Niederschlagswassergebühren. Diese fallen für Wasser an, das auf Ihrem Grundstück anfällt und nicht versickern kann (Dächer, Terrassen, Zufahrten):
- Gebühr liegt bundesweit zwischen 0,70–1,90 Euro/m² versiegelte Fläche
- Beispiel: 150 m² Dachfläche × 1,30 Euro = 195 Euro Einsparung jährlich
Gesamtersparnis pro Jahr: 136 + 195 = ca. 330 Euro
Amortisationsdauer
Bei einer Gesamtinvestition von 3.500 Euro, jährlicher Wartung von 100 Euro und einer Ersparnis von 330 Euro:
Rentabilität ab dem 16. Jahr der Nutzung
Wichtiger Hinweis: Dies ist die optimale Rechnung. In der Praxis gelten oft:
- Trockenperioden, in denen Trinkwasser nachgespeist werden muss
- Längere Wartungsarbeiten
- Regionale Unterschiede in Niederschlag und Gebühren
Daher sollten Sie vor Investition genau durchrechnen, ob sich die Anlage in Ihrer spezifischen Situation wirtschaftlich rechnet.
Häufige Fehler beim Zisterneneinkauf und der Planung
Zu kleine Zisterne wählen
Fehler: Eine 2.000-Liter-Zisterne bei einer großen Dachfläche wirkt sich aus, da sie zu schnell voll läuft und ständig überläuft – Schmutz wird nicht über den Skimmer entfernt. Lösung: Nutzen Sie die Orientierungstabelle oder lassen Sie sich von einem Fachbetrieb beraten.
Dach mit Bitumenbahnen oder Kupfer ignorieren
Fehler: Diese Materialien verunreinigen Regenwasser erheblich – eine Regenwassernutzung ist nicht sinnvoll. Lösung: Überprüfen Sie Ihr Dachmaterial im Voraus.
Keine separaten Rohre für Hausnutzung planen
Fehler: Wer nachträglich WC oder Waschmaschine mit Regenwasser betreiben möchte, zahlt enorm für die Nachrüstung. Lösung: Planen Sie bereits beim Hausbau (oder Sanierung) ein zweites Leitungssystem ein – das kostet deutlich weniger.
Zisterne zu nah an Bäumen platzieren
Fehler: Laub und Wurzeln beschädigen den Tank und verschmutzen das Wasser übermäßig. Lösung: Mindestens 2–3 Meter Abstand zu großen Bäumen einhalten.
Keine Wartungsplanung
Fehler: Wer den Filter vernachlässigt, hat schnell reduzierte Durchflussmengen und schlechtere Wasserqualität. Lösung: Wartungstermine ins Kalender eintragen und ernst nehmen.
Regenwasserzisterne im Garten: Das Fazit
Regenwasserzisternen sind eine sinnvolle Investition in Nachhaltigkeit und Kostenersparnisse – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Die Anlagen funktionieren zuverlässig, sind langlebig und mit 25+ Jahren Lebensdauer echte Langzeit-Investitionen.
Für reine Gartenbewässerung rechnet sich die Anlage langfristig – besonders wenn Sie einen großen Garten haben und in einer Region mit ausreichend Niederschlag wohnen. Zusätzliche Einsparungen bringen WC-Spülungen und Waschmaschine, allerdings nur wenn Sie die Anlage bereits beim Bau oder während Sanierungen mit separaten Rohrleitungen planen.
Ein großer Vorteil: Die Zisterne Pumpe und die Steuerung arbeiten vollautomatisch – Sie müssen sich nach dem Einbau um wenig kümmern. Eine Zisterne reinigen muss nur alle 10–15 Jahre, der Filter sollte aber regelmäßig kontrolliert werden.
Nehmen Sie sich vor der Investition Zeit für eine genaue Berechnung. Wer eine qualitativ hochwertige Anlage wählt und diese fachgerecht installieren lässt, wird über die Jahrzehnte hinweg nicht nur Geld sparen, sondern auch ein gutes Gefühl haben – für weniger Wasserverschwendung und mehr Nachhaltigkeit im eigenen Garten.
Was ist eine Regenwasserzisterne?
Eine Regenwasserzisterne ist ein unterirdischer oder oberirdischer Wassertank, der Regenwasser vom Hausdach sammelt, speichert und durch mehrfache Reinigungsstufen aufbereitet. Das gesammelte Wasser kann dann für Gartenbewässerung, Autowaschen oder – mit separaten Rohrleitungen – auch für Toiletten und Waschmaschine genutzt werden.
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Wir recherchieren Fachthemen rund um Garten- und Landschaftsbau und bereiten sie redaktionell auf — mit dem Ziel, verständliche und praxisnahe Orientierung zu bieten, keine Rechts- oder Fachberatung im Einzelfall. Stand dieses Artikels: 6. September 2026.